Schule macht Theater- Theater macht Schule
Neben den beiden geläufigen ästhetischen Lernformaten Musik und Kunst, bietet ein Theater nicht nur eine Alternative, sondern auch eine Erweiterung zu den beiden erstgenannten Formen.
Am Neuen Gymnasium arbeitet der Theater-Club momentan innerhalb der pädagogischen Nachmittagsbetreuung mit dem Ziel ein gemeinsames entwickeltes und erprobtes Theaterstück von ca. 90 Minuten zu erarbeiten. Bereits in den letzten Jahren standen die Schüler am Ende des Schuljahres vor ihren Lehrern, Eltern und Mitschülern auf der Bühne des Stadttheaters Rüsselsheim und haben erfolgreich und mit viel Spaß an der Sache, die Stücke ‚Peanuts’ und ‚Wunderland’ aufgeführt.
Im Unterricht beginnen wir meist mit den Grundlagen der Handwerkskunst Schauspiel und erarbeiten anhand von Übungen und Improvisationsspielen kleine Szenen und Geschichten, bevor es dann an den Text und das Stück selbst geht.
Es folgt eine Probenphase, die Entwicklung von Kostüm und Bühnenbild, sowie das Festlegung von Licht und Musik. Zum ende des Schuljahres entsteht dann ein gemeinsames Stück, welches der Theater-Club im Rahmen einer Schulvorstellung, oder der Schultheater-Wandertage im Stadttheater Rüsselsheim inszeniert.
Fest im Programm des Theater-Clubs ist ein sportlicher Wettstreit innerhalb der AG, der meist im Rahmen eines kleinen Impro-Theater-Turniers ausgetragen wird.
Ästhetische Bildung in Form von szenischem Lernen im Fach ‚Darstellendes Spiel’ bzw. Theater-AG mit theaterpädagogischen Ansätzen kann für die Schüler reichhaltige Möglichkeiten bereithalten:
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Förderung in allen Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung und sozialen Kompetenzen.
- Sozialkompetenz wird gefördert, indem gemeinsame Problemstellungen gefunden und bearbeitet werden. Soziale und kulturelle Unterschiede, sowie individuelle Verhaltensmuster werden im gemeinsamen Projekt wahrgenommen und akzeptiert.
- Toleranz und Teamfähigkeit. Gestalten in einer großen Gruppe (Ensemble). Gemeinsames Entwickeln emotionalerer, sprachlicher und körperlicher Fähigkeiten. Damit einher geht eine erweiterte Wahrnehmung im Gruppenverhalten. Erarbeitung eines gemeinsamen Projektes.
- Emotionale Kompetenzen fördern. Das bewusste Wahrnehmen eigener Gefühle und Stimmungen. Das Reflektieren und Ausdrücken von Emotionen.
- Motivation durch eine neue Form der eigenen Leistung. Neue Aspekte des Selbstwertgefühls entdecken. Hemmungen abbauen, starre Verhaltensmuster überwinden, sowie Vertrauen und Risikobereitschaft entwickeln. Die eigenen Grenzen kennen lernen und austesten.
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Selbsteinschätzung der eigenen Rolle und des eigenen Auftretens im Alltag. Durch Probehandlungen kann ein neues Rollenverständnis erlangt werden, sowohl des eigenen Selbstbildes, als auch zum Rollenverhalten des Gegenübers. Gleichzeitiges Ausprobieren anderer Rollen. Damit kann schließlich eine Bewusstwerdung eigener Interessen, Vorstellungen und Motivation einhergehen, ebenso wie eine Bewusstwerdung der Interessen meines Gegenübers.
- Erlernen und Erweiterung eines breiten Ausdrucksrepertoires in sprachlicher und körperlicher Dimension, z.B. im Hinblick auf eine aktive Teilhabe am kulturellen Leben.
- Förderung der eigenen Kreativität und Spielfreude. Eigene Ideen fließen in den Theaterprozess ein. Improvisation wird erlernt und geübt.
- Spielerisches Lernen. DSP und Theater-AG als ein motivierender Lern- und Erfahrungsraum.
- Improvisation und Flexibilität auf der einen Seite, Verantwortung für die Gruppe und sich selbst und Zuverlässigkeit auf der anderen Seite.
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Darstellungen können auf eigene Lebensinhalte projiziert werden und umgekehrt können eigene Lebensinhalte in Darstellungen mit eingebracht werden.
- Kritische Auseinandersetzung mit der Theatralisierung und Medialisierung des öffentlichen Lebens.
- Konzentrationsübungen, Auswendig lernen und Reproduzieren von Erlerntem. Konzentriertes Hinhören und Beobachten anderer, sowie Reflektion des eigenen Verhaltens.
- Viel Spaß! Improübungen und szenische Spiele sind lustig, kreativ, sportlich, knifflig und werden mit Applaus und Lachen belohnt.
Theater-AG/ Darstellendes Spiel als Unterrichtsform enthält:
- Einen überwiegend praktischen Anteil, der sich von anderen Unterrichtsformen deutlich unterscheidet und Abwechslung bietet.
- Theoretische Anteile: Methodenkompetenz und Sachkompetenz. Erlernen von Körpersprache, Stimme, Raum, Requisit, Musik, Theaterformen, Produktionsformen, Organisation, Schauspieltheorien und geschichtlicher Entwicklung. Alle Gebiete miteinander verknüpft und unter Integration anderer Fachbereichen anwendbar.
- Alternative zum Schulunterricht mit selbstverantwortlichem Arbeiten. Schüler werden in verschiedenen Positionen und Aufgabenbereichen der Produktion eingesetzt. (Regie, Dramaturgie, Bühnenbild, Organisation, Maske und Kostüm, Technik, Schauspiel)
- Die Möglichkeit fachübergreifend mit einer Vielzahl von anderen Schulfächern zu arbeiten: Deutsch, Englisch, Geschichte, Sozialwissenschaft, Religion/Ethik, Musik, Kunst, Sport.
- Zielgerichtete Schwerpunkte: Am Ende des Schuljahres kann eine Abschlussarbeit, im Sinne einer szenischen Collage, einer Lesung oder eines ganzen Stückes, stehen.
Benjamin Lutz, Oktober 2011